13. Januar 2022

Wie ich mein Logo als Grafik-Designerin entworfen habe

Querschnitt einer Nautilus-Muschel mit Fibonacci-Muster  fibonacci-design-logo

Was mich zu meinem Logo-Design inspirierte

Ich lasse mich gerne direkt von der Natur inspirieren – sowohl hinsichtlich verschiedener Bereiche meiner Lebensweise als auch bei meiner Arbeit als Grafik­designerin. Besonders fasziniert bin ich von der „Heiligen Geometrie“, dem Design der Natur. (Einige Stichworte dazu lauten Fibonacci-Zahlenreihe, Goldener Schnitt, Fraktale, …). Auch weitere Aspekte wie sich wiederholende Zyklen von Wachstum und Vergehen oder auch das Balancieren zwischen den zwei großen Polen Yin und Yang finde ich spannend.

In mein eigenes Logo und Corporate Design fließen diese Themen mit ein. Vielleicht hast du schon gerätselt, was mein Logo darstellen soll und wie ich es entwickelt und entworfen habe. Darum möchte ich mit dir hier ein paar meiner Gedanken dazu teilen.

„Wem die Natur
ihr offenbares Geheimnis
zu enthüllen anfängt,
der empfindet eine unwiderstehliche
Sehnsucht nach ihrer würdigsten
Auslegerin, der Kunst.“
– Goethe, Sprüche in Prosa
Larissa zeichnet Skizzen für ihr Logo in ein Notizbuch

Welche Formen in das Design meines Logos mit eingeflossen sind

(Nicht nur) meine Initialen

Es hat lange gedauert, bis ich eine Form für mein Logo gefunden habe, die perfekt zu mir bzw. meiner Arbeit als Grafikdesignerin passt. So etwas für sich selbst zu entwerfen, ist ja meist noch schwieriger als für jemand anderen.

So schlug ich mich bisher mit verschiedenen Schriftzügen herum und fühlte mich damit nie so richtig wohl. Irgendwann fing ich dann mal wieder an, ein bisschen zu scribbeln. Ich begann einfach mit meinen Initialen „LS“, auch wenn mir das in dem Moment eher nichtssagend und abgedroschen erschien. Beim Zeichnen wurden die Linien immer runder und gingen zunehmend ineinander über. Die Ecke vom „L“ verschwand nach und nach, dafür wurde das „S“ immer ausgeprägter.

Es entwickelte sich eine etwas spezielle Spirale. Ich merkte in den nächsten Tagen, wie sehr ich es mochte, das neue Zeichen spontan zu zeichnen, auch einfach mit einem Stöckchen in die Erde. Das Symbol gewann für mich immer mehr an Stärke, gerade weil es so reduziert ist. Ich fand verschiedene Bedeutungen in der Linienführung, die anfangs unterbewusst entstanden sind und nun ganz eindeutig zum Logo dazugehören.

Eine kreisförmige Parkanlage mit vier getrennten Bereichen aus der Vogelperspektive

Der Kreis

Ich mag Dinge, die in sich stimmig sind. Dieses Gefühl treibt mich bei allem an, was ich tue – natürlich auch beim Entwerfen eines Logos. Daher feile ich an Designs auch gerne so lange, bis sie „rund“ sind. Denn der Kreis ist die perfekte Grundform.

Doch er hat auch noch eine weitere wichtige Bedeutung für mich ganz persönlich: das zyklische Leben als Frau. Ebenso erinnert er mich an die Naturzyklen des Mondes oder der Jahreszeiten.

Das spiralförmige Haus einer Schnecke

Die Spirale

Ich sehe Zyklen auch gerne in Form einer (dreidimensionalen) Spirale. So kann jede Wiederholung neue Aspekte beinhalten und somit der Weiterentwicklung dienen. Denn Wachstum ist nun mal kein geradliniger Prozess.

Die Spiral- oder auch Wirbelform findet sich unglaublich oft in der Natur: in diversen Pflanzen- und Tierformen, bei Wind– oder Wasserströmungen uvm. Wirbel werden als DIE Urform des Lebens angesehen.

Übrigens belebe ich mein Trinkwasser gerne, indem ich es auf bestimmte Weise durch einen Trichter gieße. Dann kommt es unten verwirbelt heraus. (Wenn dich das interessiert, informiere dich über den Wasserforscher Schauberger).

„Der Wirbel stellt ein kleines Abbild der Bewegungs­verhältnisse des großen Planeten­systems dar. Seine äußeren Teile bewegen sich wie die sonnen­fernen Planeten langsamer als die inneren, welche wie die sonnen­nahen Planeten rascher um das Zentrum (Sonne) kreisen.“
Nahaufnahme eines spiralförmig wachsenden Farns

Das Wachstum

Die spiralförmige Linie in meinem Logo wechselt an einer Stelle die Richtung und bildet eine weitere kleine Spirale. Manchmal erinnert mich das ein bisschen an einen Embryo – der Ursprung des Lebens, der Start eines Entwicklungsprozesses. Darum ist auch dieser Aspekt nun Bestandteil meines Logos.

„Hohlraumbildung, das Aus­sparen von Innen­räumen, entspricht der Urgeste aller Organ­entstehung im tierischen und mensch­lichen Bereich, wo in Wellungen, Faltungen, Einstülp­ungen der Gastru­lations­vorgänge Organe für die Bewusst­seins­entfaltung angelegt und ausgebildet werden. Solche Ur­bewegungs­formen lassen sich in der gesamten Natur wieder­finden.“
Das Yin-Yang-Symbol aus Steinen im Sand gelegt

Yin und Yang

Wegen der geschwungenen Linien und den zwei Punkten gibt es außerdem eine Verbindung zu dem bekannten Symbol Yin und Yang. Es verkörpert die Dualität im Leben (Nacht und Tag, Mond und Sonne, das weibliche und das männliche Prinzip,…). Also die dualen Kräfte, die einander entgegengesetzt sind und sich zugleich gegenseitig ergänzen.

„Durch alle Gefühle, Gedanken und Anstren­gungen des Menschen, sich selbst und seine Umwelt zu verstehen, begegnen wir immer wieder der Aus­einander­setzung mit der Zweiheit, der Dualität. Das Bewusst­sein über das Leben und den Tod, das Diesseits und das Jenseits, das Gute und das Böse, den Geist und die Materie […] hat vielfach zu Dogmen, Welt­anschau­ungen, Religionen und Philosophien geführt.“
Larissa entwickelt ihr Logo am Computer weiter

Die Finalisierung meines Logo-Designs

Ich wusste nun endlich: Das ist es! In der nächsten Phase der Erstellung meines Logos setzte ich mich an den Computer und zeichnete mein neues Symbol digital nach. Hier testete ich verschiedene Strichstärken und Verdickungen. Mir gefiel es dann aber am besten, bei einer Strichstärke zu bleiben, damit das Logo klar wirkt.
Ich fügte zwei Punkte ein, die für mich die Spuren darstellen, die die Spirale beim Drehen hinterlässt. Außerdem stehen sie für die beiden i-Punkte in meinem Namen. 🙂

Das Logo von Larissa Spindler mit hervorgehobenen Details

Damit nicht nur eine Bildmarke entsteht, suchte ich nun noch nach einer passenden Schriftart für die Wortmarke. Das war noch einmal ein längerer Prozess, doch schließlich fand ich die Font „Iskra“ (gestaltet von Tom Grace).

Sie hat schöne kleine Schwingungen und ist trotzdem nicht zu verspielt. Auch die x-Höhe gefällt mir gut. Die Details dieser Schriftart wie z. B. die Art der Buchstabenenden übertrug ich auf das Symbol. Und schließlich fügte ich beides in einem harmonischen Größenverhältnis zu einer Einheit zusammen.

Fun Fact: „Spindler“ bezeichnet übrigens den Beruf von Drechslern, die Spindeln zum Spinnen herstellen. Na, wenn das mal nicht eine „runde“ Sache ist?!

Deine Sicht?

Wie du merkst, bin ich happy mit meinem Logo. 🙂 Wie fühlst du dich mit deinem Logo-Design? Gibt es dir Kraft, dich von ganzem Herzen mit deinem Business zu zeigen? Was inspiriert dich und was sind deine Werte? All das lasse ich mit einfließen, wenn ich ein Logo entwerfe. Denn ein maßgeschneidertes Design hat eine enorme Wirkung, die man nicht unterschätzen sollte.

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Kommentare

4 Kommentare

  1. Gabriele

    Spannend zu erfahren wie dein ganz eigenes Logo entstanden ist und die Facetten deiner Persönlichkeit und Wertvorstellungen aufgreift.

    Antworten
  2. Aniko Janz

    Deine Suche im Natürlichen finde ich wirklich sehr inspirierend. Das spricht für deine Aufmerksamkeit und Feinfühligkeit. Danke für diese schönen Einblicke.

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  3. Daniel

    Danke Larissa,

    das weckt Erinnerungen. Mir fiel erst beim zweiten und dritten Mal auf, dass sich dein Logo bewegt. Jedenfalls sehr durchdacht und ganzheitlich ( am Ursprung des Lebens ) , vielen Dank.

    Destillieren würde ich es auf einen Punkt ( Puls ) und einen Kreis, dich und dein Umfeld, ähnlich einem Wassertropfen in einem Gewässer, als auch Erdboden.

    Beobachtbar auffindbar bei Wasser und Mineralen ( Erden ) .

    Erdige Grüße

    Daniel

    Antworten
    • Larissa

      Danke für deine inspirierenden Assoziationen! 🙂

      Antworten

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